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Reviews vom "Squintaloo" Album

squintaloo Aus Gitarre und Bass 08.2005
Landen wir auf einem eigenwilligen musikalischen Planeten. Auf der Website von Squintaloo kann man erfahren, dass das Quartett (g/b/dr/kb) fünf Jahre an seiner aktuellen, selbstbetitelten CD geschrieben hat, dann ist man auf die Erde zurückgekehrt (:-) und hat noch einmal ein Jahr aufgenommen und produziert. Die Stücke tragen so assoziationsreiche Titel wie ,Rauhamrane‘, ,Nimbostratus‘ oder ,Gupda‘ – alleine dafür gibt’s schon mal den Literaturpreis der G&B-Redaktion. Und für ihre Musik erhält die Band gleich den Wanderpokal für Originalität hinterher. Denn in diesem Klang-Kosmos kann man eine Menge erleben: verschachtelte Drum-Grooves, variables Bass-Spiel, flächige Keyboard-Sounds und Gitarren-Beiträge zwischen Wahnsinn und perfektem Schönkläng. Die spacigen Instrumental-Stücke bewegen sich zwischen verspieltem 70s-Progressive-Rock, straightem Metal und wilder Free-Jazz-Power, immer überraschend und wirklich kreativ. Da fallen mir als artverwandte Außerirdische noch die Ozric Tentacles ein. Sehr eigenständig.

Aus Sticks, CD des Monats 09.2005

CD reinschieben und abfahren! Abfahren in einer Wahnsinnswelt metrischer Verschiebungen, Deep-Atmos und Progressive Attacks, derweil die Ohren wie hypnotisiert an den Lautsprechern kleben und dem fantastischen Groove-Flechtwerk des Schlagzeugers Daniel Eichholz lauschen. Squintaloo heißt die vierköpfige Band aus Berlin (gleichnamiger Album Titel) und ihre Instrumentalmusik-Kompositionen scheinen bis in den kleinsten Winkel ausge(c)heckt zu sein. Athmosphären mit einer Tiefe, wie man sie von Pink Floyd kennt, begegnen schwebenden Gitarrenmelodien a la Bill Frisell und Pat Metheny, derweil die Drums ein ungeheuer geschickt inszeniertes Netzwerk inspirierender Grooves in gut geölter Polyrhythmik zelebrieren. Die Magie der Musik Squintaloos lockt den Zuhörer in einen Soundkosmos, der in seiner verschachtelten Welt aus Metal-Approach, Jazz und Elektro ungeheuren Ideenreichtum liefert. Vorneweg immer Schlagzeuger Daniel Eichholz, der hier so manche Double-Bassdrum- -Salven abfeuert ohne aufgesetzt zu klingen, sondern mit ausgetüftelten Beats der manchmal Metalmäßig zockenden, manchmal intim schwebenden Musik eine plastische Groove-Dimension verleiht. Ganz hervorragend gelungen ist der Titel „Gupda“, der sich über 11:25 Minuten Länge gönnt und wie unterm Mikroskop eine abenteuerliche Odd-meter Reise seziert. Squintaloo zeigt extreme Kreativität im Umgang mit komplexen Arrangement- Strukturen. Der intellektuelle Anspruch ist sicherlich hoch, doch das Schlagzeug nagelt immer schön die Spur zurecht, hält Gitarren, Bass und Synthies stramm im Puls. Sehr spannende New Generation Art Music! Empfehlenswert!
 
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