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Reviews vom "Sibirskoblast" Album

Sticks 11/09, Tom Schäfer:
Sibirskoblast ist wahrlich kein Seelenbalsam, sondern bietet knallhartes Material, das keine Versuchung auslässt, von der nahrhaften so mancher unterschiedlicher musikalischer Genres wie Progrock, Electro-Avantgarde und Death Metal zu naschen. Das Album der Berliner Band Squintaloo klingt dabei erstaunlich "live-haftig". Hier sind handgemachte Tracks am Start, die voller überraschender Wendungen stecken. Die sechs Album-Tracks wollen allerdings vom Hörer erarbeitet werden, um dann schliesslich gemeinsam mit diesen postmodernen Rockern die Flucht nach vorne ins Wildgehege der gerockten Fantasie ergreifen zu können.
Schlagzeuger Daniel Eichholz bietet ausgetrickste Grooves, spieltechnische Wandlungsfähigkeit und wunderbaren Ideenreichtum, und so manche rhythmische Details lassen einen subtilen Zauber entdecken. "Sibirskoblast" klingt voller Leidenschaft und setzt vehemente musiklaische Akzente mit einer teils schräg-schrillen rock-avantgarden Sound-Landschaft, die keinerlei Mainstream verpflichtet ist, sondern die eigene musikalische Identität in den Fokus rückt.

Babyblaue Seiten 05/12, Ziggy Zielinsnky:
Squintaloo sind bisher immer gut für eine Überraschung gewesen. Nach ihrem unterkühlten, jazzigen Zweitwerk Squintaloo hat der Keyboarder Tomas Svensson die Band verlassen. Für ihn kamen der zweite Gitarrist Enrico Antico und der bereits von dem Debütwerk bekannte Sänger Menendez. Die Umbesetzung hat zu einem viel rockigeren, gitarrenlastigen Sound geführt, der mitunter auch punkig-rotzige Züge annimmt. Der Sänger denkt sich keine eigene Sprache mehr aus - wie früher auf "Latantriga, latantriga!" - sondern bedient sich der längst erprobten englischen Sprache, gibt sich kaum noch schräg und lässt in "Cada uno" nur noch einige spanische Sätze einfließen.
Die treibenden, hin und wieder Funk-eingefärbten Songs vereinigen Einflüsse wie Progmetal in der Art von Gojira und Mastodon zu einer Musik, in der hochkomplexe Gitarrenfiguren keine Hinderung für die rockige Aggression darstellen. Die virtuos agierende Rhythmustruppe ist bei solcher Musik ja entscheidend und die Herren Klarhorst und Eichholz sorgen da scheinbar mühelos für den nötigen Antrieb sowie die begrüßenswerte Komplexität. Die Ähnlichkeiten zu der vorigen Scheibe sind erstaunlicherweise kaum vorhanden. Hoffentlich gibt es da auch ein offenes Publikum, das dem chamäleonartigen Squintaloo bei den stilistischen Wandlungen folgen kann. Auf Twitter heißt es dazu "durch Mastodon, Soundgarden, Mr. Bungle und King Crimson" inspirierte New Art Rockband. Sage ich doch...Primus wäre aber noch zutreffender als Mr. Bungle.
Wie man liest, hat der Sänger inzwischen die Band verlassen und das verbliebene Quartett ist eifrig dabei 2012 ein neues Album aufzunehmen. Ich bin also gespannt welche Überraschungen es mit sich bringen wird.